Die drei Grundpfeiler der Fotografie: ISO, Blende, Belichtungszeit
- 16. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Servus!
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Fotografie wirkt am Anfang oft wie ein Buch mit sieben Siegeln und ich kann mich selber noch gut daran erinnern. Drei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf: ISO, Blende und Belichtungszeit. Sie bilden zusammen das Belichtungsdreieck - das Fundament eines jeden Fotos.
Wenn du diese drei Werte verstehst, öffnet sich eine komplett neue Welt und du kannst jedes Bild gestalten. Du fotografierst bewusst, kreativ und mit Kontrolle.
In diesem Artikel zeige ich dir einfach und verständlich, wie diese drei Elemente zusammenarbeiten und wie du sie sofort in der Praxis nutzen kannst. Bleib also dran ;)
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ISO - Die Lichtempfindlichkeit deiner Kamera
Oder anders ausgedrückt: Wie gut deine Kamera im Dunkeln sehen kann
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ISO bestimmt, wie empfindlich dein Kamerasensor auf Licht reagiert. Du steuerst also wie schnell der Sensor genug Licht erhält. Fotografierst du Nachts oder in dunklen Räumen, musst du die ISO erhöhen. Das führt allerdings auch zu Bildrauschen, daher solltest du den Wert immer bewusst wählen. Er beeinflusst die Bildqualität nämlich maßgeblich.
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Hier ein kurzer Vergleich um das Ganze zu veranschaulichen:
Niedriger ISO-Wert (z. B. ISO 100)
wenig Lichtempfindlichkeit
ideal bei Tageslicht
und beste Bildqualität
Hoher ISO-Wert (z. B. ISO 3200)
hohe Lichtempfindlichkeit
ideal in der Dämmerung
aber auch mehr Bildrauschen
somit weniger Bildqualität
Früher war die ISO also schon beim kauf des Films zu wählen. Daher steht auf jeder Filmrolle immer eine große Zahl. Stell dir mal vor wenn du heute für jede ISO eine eigene Speicherkarte bräuchtest.. Wär ganz schön aufwendig das Ganze.
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ISO ist also wie die Lautstärke eines Radios: Drehst du zu weit auf, rauscht es.
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Wie du deinen ISO-Wert nun genau einstellst, kommt ganz darauf an Was, Wann und Wo du fotografierst. Mach dir also am besten vor jedem Foto beziehungsweise vor jeder Situation kurz Gedanken darüber. Und mach dir auch nichts daraus wenn du mal nicht daran gedacht hast und zu Hause merkst, dass das Foto rauscht. JEDER Fotograf kennt das.. Ist uns allen schon passiert und es wird uns auch immer wieder mal passieren.
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Um dir den Anfang zu vereinfachen gibt es ein paar Faustregeln für die ISO:
ISO 100-200 | Bei Sonnenschein |
ISO 400-800 | Bedeckter Himmel, helle Innenräume |
ISO 800-1600 | Leichte Dämmerung, Innenräume |
ISO >1600 | Dämmerung, dunkle Innenräume, Nachts |
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Wie ich persönlich meine ISO einstelle?
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Naja, das kommt ganz darauf an ;) Ich fotografiere hauptsächlich Menschen, Tiere und Landschaften - gern auch alle Drei zusammen.
Wenn ich zum Beispiel eine Landschaft fotografiere, ist mir die Bildqualität am wichtigsten daher stelle ich hier die Kamera ausnahmslos auf ISO 100. Fotografiere ich jedoch eine Hochzeit, stelle ich die ISO gern auf "Automatisch". Viele Kameras haben die Möglichkeit um einen Von-Bis Bereich einzustellen also z.B. von ISO 100 bis ISO 3200. Das ist gerade bei schnell wechselnden Bedingungen sehr hilfreich. Was wiederum oft in der Kirche oder im Gasthaus der Fall ist. Mal ist mein Motiv direkt unter einer Lichtquelle und es wird dadurch sehr hell (ich müsste meinen ISO-Wert also nach unten korrigieren) oder das Motiv steht an einer etwas dunkleren Stelle (dann müsste ich wieder nach oben korrigieren). Und genau diese Bedingungen wechseln auf Hochzeiten sehr schnell. Stress pur also.. Die Automatische-ISO spart mir daher einiges an Nerven und Zeit.
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Die Blende – Die Pupille deines Objektivs
Sie verändert dein Foto mitunter am gravierendsten.
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Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Objektiv und wird durch den f‑Wert angegeben. Dadurch kann gesteuert werden wieviel Licht auf den Sensor trifft. Im Grunde genau dasselbe Funktionsprinzip wie die Pupille im Augapfel. Daher steuert sie einerseits wieviel Licht auf den Sensor kommt und andererseits wieviel auf deinem Foto scharf wird. So, wie wenn man die Augen zusammenkneift um ein Stück schärfer zu sehen. Schließt man also die Blende durch erhöhen des f-Werts, wird zwar weniger Licht in die Kamera kommen dafür wird mehr auf deinem Foto scharf.
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Eine Blende sieht übrigens so aus:

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Und wofür brauchst du das?
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Genau da wird’s spannend! Das bietet dir eine Menge Potential zur kreativen Gestaltung deiner Fotos. Zum Beispiel willst du bei einem Portrait möglichst wenig scharf haben damit der Hintergrund schön verschwommen wird. Und genau das wäre jetzt bei einem Landschaftsfoto eher so semi-optimal.. Da sollte möglichst alles scharf sein. Daher tauchen zum Begriff Blende immer wieder die Begriffe Schärfeebene und Hyperfokaldistanz auf, obwohl wir mit dem Zweiten schon ein Stück zu weit im Lehrplan sind ;) Anfangs reicht es, wenn du über die Schärfenebene Bescheid weißt und am besten vor dem Auslösen der Kamera daran denkst. Mit Schärfenebene ist also nur der Bereich gemeint, der auf deinem Foto scharf ist. Bei einem Portrait ca. 15cm, also von der Nasenspitze bis zu den Ohren.
Hier nochmal kurz veranschaulicht:
Kleine Zahl = große Öffnung = viel Licht
z.B.: f1.4, f2.0, f2.8
Hintergrund wird unscharf (auch Bokeh genannt)
Große Zahl = kleine Öffnung = wenig Licht
z.B.: f8, f11, f16
alles wird scharf (z. B. Landschaft)
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ABER ACHTUNG: zu hohe Blendenwerte (meist über f11) führen zur sogenannten Beugungsunschärfe und verschlechtern daher die Bildqualität.
Hier ein kleines Beispiel einer sehr geringen Schärfenebene:Â

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Belichtungszeit - Wie lange Licht auf den Sensor fällt
Der Titel sagt schon alles aus. Im Grunde reicht auch der Begriff alleine. Doch steckt auch dahinter sehr viel Potential!
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Die Belichtungszeit (oder auch Verschlusszeit) bestimmt, wie lange der Sensor Licht sammelt. Sie wird in Sekunden oder Bruchteilen davon angegeben. Damit kannst du entweder Bewegungen einfrieren oder sogar auf dem Foto sichtbar machen. Willst du also schnelle Bewegungen einfrieren solltest du 1/1000s oder noch schneller einstellen. Soll jedoch der Wasserfall zum nebeligen Schleier werden, dann solltest du mindestens 1s belichten. Das Ganze regelt der Verschluss, im Grunde wie das Augenlid deiner Kamera. Jedes Mal, wenn du ein Foto machst, öffnet sich dieses Augenlid genau so lange wie die Belichtungszeit, die du eingestellt hast. Somit bestimmst du, wie lange Licht auf den Sensor fällt - also wie lange die Kamera "hinsehen“ darf.
Sobald deine Belichtungszeit ca. 1/4s überschreitet, werden Bewegungen weich und verschwommen.
Bei diesem Foto waren es z.B. 25s

Und wie sollen damit kreative Fotos entstehen?
Ganz einfach, brich die Regeln! Beschrenke dich nicht auf das was dir andere oder die Norm vorgeben. Wenn du an einem schönen Tag draussen bist und etwas in Bewegung fotografieren willst, dann versuch zum Beispiel einfach mal einen "Mitzieher". Du stellst also deine Belichtungszeit so ein, dass das Motiv eigentlich verschwommen wäre (z.B. 1/4s). Dann versuchst du es mit deiner Kamera zu verfolgen, und das während der Auslösung. Mit etwas übung verschwimmt alles ausser dein Motiv. Das macht dein Foto spannend und schenkt ihm sehr viel Dynamik. Gerade bei Bewegungen ist das sinvoll denn somit schaffst du es mit deinem Foto eine Geschichte zu erzählen.

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Das Zusammenspiel - Das Belichtungsdreieck
ISO, Blende und Belichtungszeit beeinflussen sich gegenseitig.
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Änderst du einen Wert, musst du mindestens einen anderen anpassen.
Das Prinzip lässt sich sehr gut in der Küche veranschaulichen. Stell dir vor du stellst eine Schüssel ins Waschbecken und drehst das Wasser auf. Dann brauchst es ja eine gewisse Zeit bis die Schüssel voll ist. Drehst du wenig auf, dauert's lange. Drehst du dagegen voll auf, wird die Schüssel auch schnell voll sein oder überlaufen. Das Wasser ist in unserem Beispiel also das Licht, die Schüssel der Sensor, der Wasserhahn quasi die Blende und wenn man so will, könnte man die Größe der Schüssel sogar als ISO bezeichnen. Oder normal ausgedrückt - du regelst mit der Blende wieviel Licht durch das Objektiv dringt und auf den Sensor trifft. Die Belichtungszeit gibt vor wie lange dieser Vorgang ausgeführt wird und die ISO sagt aus wie schnell der Sensor mit Licht gesättigt ist. Alles greift ineinander wie in einem Uhrwerk. Wenn du das verstanden hast, steuerst du deine Kamera bewusst - und nicht andersrum.
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Beispiel:
- Du willst ein Portrait mit unscharfem Hintergrund → Blende f1.8
- Dadurch kommt viel Licht rein → Bild wird zu hell
- Lösung: Belichtungszeit verkürzen oder ISO senken
Ein anderes Beispiel:
- Du willst einen Wasserfall weichzeichnen → lange Belichtungszeit
- Dadurch kommt viel Licht rein → Bild wird zu hell
- Lösung: Blende schließen oder ISO senken

Dein Weg in die Fotografie beginnt jetzt
Wenn du bis hierher gelesen hast, dann hast du bereits den wichtigsten Schritt gemacht: Du hast angefangen, die Fotografie zu verstehen - nicht über komplizierte Fachbegriffe, sondern über das, was wirklich zählt. Licht, Gefühl, Geduld und ein bisschen Technik, die dir hilft, deine Sicht auf die Welt festzuhalten.
ISO, Blende und Belichtungszeit sind keine Gegner, die man bekämpfen muss. Es sind Werkzeuge. Und je besser du sie kennst, desto freier wirst du fotografieren. Am Anfang wirkt vieles noch ungewohnt, aber glaub mir: Mit jedem Foto wächst dein Verständnis. Mit jedem Fehler wächst dein Blick. Und mit jedem Moment, den du bewusst wahrnimmst, wächst deine Freude an der Fotografie.
Also nimm deine Kamera, geh raus - in die Berge, an einen Fluss, in die Stadt oder einfach in deinen Garten. Probiere aus, was du heute gelernt hast. Die besten Fotos entstehen nicht durch Perfektion, sondern durch Neugier.
Und genau damit fängt alles an.